Agrarpolitik
01.09.2010 -
Appell zur Fairness bei Erntekontrakten
Die Getreideernte leidet in diesem Jahr unter witterungsbedingten Verzögerungen, die in vielen Fällen erhebliche Qualitätseinbußen nach sich ziehen. Damit erreichen viele Landwirte nicht die in den Vorkontrakten erwähnte Brotweizenqualität.
Bauernverbandspräsident Werner Schwarz ruft alle Beteiligten auf, in dieser schwierigen Situation auf Vernunft und Fairness zu setzen. „Es muss darum gehen, den Schaden für alle so gering wie möglich zu halten“, erklärte Schwarz am Montag in Rendsburg. Zwar habe man Verständnis, dass auch der Landhandel seinerseits Lieferverpflichtungen einzuhalten habe. Es sollte aber geprüft werden, ob man die endgültige Abwicklung nicht bis zum Abschluss der Kampagne schiebt, um zu sehen, ob sich befürchtete Schäden aus Lieferkontrakten des Handels nicht doch noch vermeiden lassen beziehungsweise wie groß die entstandenen Nachteile tatsächlich sind.
Für die Zukunft sieht Schwarz durchaus die Gefahr, dass die Bereitschaft der Landwirte zu Vorkontrakten sinkt. Für die abnehmende Hand sei es aber von großer Bedeutung, den gesicherten Mengenfluss in der Erntezeit aufrecht zu erhalten, um die eigenen Absatzmärkte bedienen zu können. Schwarz: „Wir müssen sehen, dass wir zu neuen Vertragsmodellen kommen, die nicht nur den Warenfluss zur Ernte gewährleisten, sondern auch die berechtigten Interessen der Landwirte besser wahren. Der Bauernverband wird dazu das Gespräch mit dem Landhandel suchen.“
Für die noch ausstehenden Abrechnungen ruft Schwarz zu partnerschaftlichem Verhalten auf: „Die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wird in schweren Zeiten gelegt. Ich rufe beide Seiten auf aufeinander zuzugehen und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen.“





