Agrarpolitik
27.02.2010 -
Bauerntag der Kreisverbände Schleswig und Flensburg in Tarp
Präsidententreffen in Tarp. Foto: Ralph Judisch
Sorge vor Amerikanisierung der Landwirtschaft
Allgemeine Begeisterung über den „Bundespräsidenten“ der Bauern herrschte auf dem gemeinsamen Bauerntag in Tarp. Gerd Sonnleitner zeigte vor 350 Landwirten deutlich auf, wofür der Bauernverband steht: Er kämpft für die Bauern und scheut dabei keine klaren Worte.
Sonnleitner erklärte anhand der Milchquote: „Wir dürfen einander nicht die Köpfe für etwas einschlagen, was unumkehrbar ist.“ Wichtiger sei es, an den Rahmenbedingungen zu arbeiten. So habe eine Untersuchung im Auftrag des Bauernverbandes ergeben, dass die Meiereien durch strukturelle Verbesserungen 3 ct/kg Milch einsparen könnten. Der Flensburger Kreisvorsitzende Hans Erich Mangelsen hatte die Situation der Betriebe einleitend als „extrem angespannt“ bezeichnet. Den Förderstopp des Landes für Investitionen wertete Mangelsen als „falschen Weg“. Im Vergleich zu anderen Regionen errechne sich dadurch ein Kostennachteil von 2 ct/kg Milch. In Bezug auf die EU-Agrarpolitik wehrte Mangelsen sich gegen eine „Amerikanisierung“ der Landwirtschaft. Damit stieß er auf Zustimmung bei Kreispräsident Eckard Schröder. Immerhin 16 % der Nutzflächen würden in der Region mit Biogas-Mais bestellt, ging dieser auf ein brennendes Thema ein. Das sorge für Konkurrenz um die Flächen und belaste die Wege. Das Kernwegenetz sei da nur ein „Notnagel“.
Bauernverbandspräsident Werner Schwarz berichtete von Gesprächen mit Innenminister Klaus Schlie über die Ausbaubeitragssatzungen für Gemeindewege im Außenbereich. Anlieger dürften nicht über Gebühr belastet werden. Man strebe gemeinsam eine vernünftige Lösung an, etwa durch einen entsprechenden Hinweis im Kommunalen Abgabengesetz. Auch Schwarz wehrte sich dagegen, dass die Landwirtschaft als finanzpoliticher „Steinbruch“ angesehen wird.
Hans-Jörg Hagge forderte die Gäste abschließend auf, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Der Vorsitzende des KBV Schleswig bezeichnete den Betriebszweig Erneuerbare Energien als Chance. Eine Chance forderte er ebenso für Ministerin Juliane Rumpf, deren Vorschlag zur EU-Agrarpolitik auch in Tarp auf Kritik gestoßen war. Sönke Hauschild





