Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Agrarpolitik

19.02.2010 -  

Junglandwirte aus Stormarn diskutierten mit Präsident Werner Schwarz Agrarpolitik und Imagepflege

Bild - Junglandwirte aus Stormarn diskutierten mit Präsident Werner Schwarz Agrarpolitik und Imagepflege

Bauernverbandspräsident Werner Schwarz stellte sich den kritischen Fragen der Junglandwirte aus dem Kreis Stormarn. Foto: Ann-Katrin Gerwers
„Mit breiten Schultern durch das Dorf laufen“
25 Junglandwirte waren der Einladung gefolgt, mit Bauernverbandspräsident Werner Schwarz über die Entwicklung der Agrarpolitik derzeit und nach 2013 zu diskutieren. Nach umfangreichen Informationen ergab sich eine lebhafte Diskussion, in der vieles auch kritisch beleuchtet wurde.
Werner Schwarz gab den jungen Landwirten zunächst eine Übersicht über die Situation in Brüssel, Berlin und Kiel. „In Brüssel ist die neue Kommission an die Arbeit gegangen. Über  Dacian Ciolos kann ich berichten, dass die drei Schleswig-Holsteiner Europaparlamentarier von seiner Antrittsrede begeistert waren. Wie er seine Arbeit macht, wird sich zeigen“, so Schwarz. Die derzeitige Ratspräsidentschaft von Spanien sieht er positiv, denn „es werden die Gelder für die kommende Haushaltsperiode verteilt, und Spanien will sich für eine angemessene Berücksichtigung der Agrarpolitik einsetzen“, sagte der Präsident.
Auch in Berlin passiere derzeit einiges. „Ministerin Ilse Aigner hat ihren norddeutschen Staatssekretär entlassen, was innerhalb der nördlichen Bundesländer auf Widerstand gestoßen ist, weil befürchtet wird, dass eine Ausrichtung der Agrarpolitik nach Süddeutschland stattfindet.“ Man müsse die Entwicklungen kritisch beobachten.
Mit Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf in Kiel habe man zurzeit sehr viel Diskussionsbedarf. „Der Stopp der AFP-Maßnahmen war ein starker Schlag, und Frau Rumpf hat mir in den Gesprächen wenig Hoffnung gemacht, dass die Maßnahme wieder eingesetzt wird. Wir haben auf beiden Seiten unverrückbare Positonen“, so der Verbandspräsident. Die Forderungen von Rumpf, in der Ersten Säule Umweltmaßnahmen einzubauen, würden von den anderen Bundesländern nicht mitgetragen.
Neben den vielfältigen Agrarpolitkthemen diskutierten die jungen Landwirte intensiv die Möglichkeiten der Verbesserung des Images bei der Bevölkerung und die Rolle, die der Bauernverband dabei spielen sollte. Schwarz machte deutlich, dass es wichtig sei, als Landwirt mit „breiten Schultern durch das Dorf zu laufen“. Außerdem müsse man versuchen, Diskussionen möglichst sachlich mit verständlichen Argumenten zu führen.
„Wir sollten versuchen, schon bei den Kindern und vor allem bei den Lehrern anzufangen, ein richtiges Bild von der Landwirtschaft zu vermitteln“, sagte Christoph Nuppenau, Sprecher der Junglandwirte. Ann-Katrin Gerwers
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