Agrarpolitik
03.02.2012 -
Integrierter Gemüseanbau mit Direktvermarktung auf dem Betrieb Hinrichs in Schmedeswurth
Peter Hinrichs bei der Grünkohlernte auf seinem Feld. Anfang Juni werden die Jungpflanzen mit 75 cm Abstand in der Reihe aufs Feld gesetzt, sodass sich die Pflanzen prächtig entwickeln können. Foto: Kirsten Müller
Ein Ohr beim Kunden, ein Ohr auf dem Feld
Reinbeißen möchte man in jegliches Gemüse, wenn man den Hofladen des Betriebes der Familie Hinrichs in Schmedeswurth an der B 5 zwischen Brunsbüttel und Marne betritt. Grünkohl, Rosenkohl, Grünköpfige Steckrübe, die Aufzählung könnte man noch lange fortführen. Ein großartiges Sortiment steht für die Kundschaft bereit – und alles aus eigenem Anbau.„Zur Weihnachtszeit kann es mit dem Grünkohl manchmal schon zu Ende sein. In dieser Saison haben wir durch die bisherige Witterung mit wenig Temperaturschwankungen das Glück, dass der Grünkohl auf dem Feld sich sehr gut hält“, sagt Anke Hinrichs. Zusammen mit ihrem Mann Peter Hinrichs und den beiden Söhnen Hauke und Sönke lebt sie auf dem Hof.
Jetzt schon befasst sie sich mit der Sortenauswahl der kommenden Anbauperiode. Der Geschmack und die Sortenvielfalt sind die Auswahlkriterien. „Für mich wäre das sonst langweilig. Das mit den vielen verschiedenen Gemüsesorten ist meine Leidenschaft“, schwärmt Anke Hinrichs. Außerdem möchte sie ihren Beitrag leisten zu der ohnehin immer ärmer werdenden Geschmacksvielfalt bei Nahrungsmitteln.
Die getroffene Auswahl gibt sie an einen regionalen Anbieter weiter, der die Samen aussät und Ende April die Pflanzen liefert. Die zarten Jungpflanzen von Spitzkohl, Kohlrabi oder Blumenkohl, kommen in das vorbereitete Saatbett. Das junge Gemüse müsse den Wind fühlen können, deshalb wähle man den Abstand zwischen den Pflanzen so groß, argumentiert sie. Das halte den Schädlingsdruck niedrig, und die Pflanzen würden sich prächtig entwickeln. Davon kann man sich im Hofladen überzeugen. Anschließend werden sie mit einem dünnen, luftdurchlässigen Vlies bedeckt. Weil sich das federleichte Vlies nicht dehnen kann, muss es für den Pflanzenzuwachs entsprechend reichlich bemessen werden. Der Vorteil ist, dass darunter ein gutes Kleinklima geschaffen wird. Die Pflanzen werden von den Spätfrösten im Frühjahr geschützt, Luft und Wasser gelangen dabei kaum gehindert an die Pflanzen. „Außerdem werden Schädlinge wie die Möhrenfliege oder der Kohlweißling abgehalten, und das Wild hat keinen Zugang zu dem reich bestückten Gabentisch auf unserem Acker“, betont die Gemüsefachfrau.
Nach 14 Tagen, je nach Witterung, ist das junge Gemüse der Umwelt direkt ausgesetzt. Das heißt, das Vlies wird entfernt. Zwar noch jung, aber gestärkt wächst es täglich in die Höhe und Breite. Der Grünkohl hingegen wird erst Anfang Juni mit einem Abstand zwischen den Reihen von 50 cm und in der Reihe mit 75 cm, versetzt gepflanzt. Optimale Standortbedingungen findet die noch kleine Pflanze vor. „Tauben und Hasen werden mit einem Vogelschutznetz fern gehalten“, erklärt Peter Hinrichs.
„Großgehackt werden die Pflanzen, sagt mein Mann immer“, lacht Anke Hinrichs und beschreibt die mühsame Arbeit des Hackens als weitere Maßnahme. Dies geschieht mit der Maschine. „Aber Geradeausfahren hat es in sich“, fügt sie hinzu. Die Pflanzen bekommen Luft und werden an der Wurzel mit Erde angehäufelt, was wiederum einen Schutz gegen ungebetene Gäste aus der Familie der Gemüseschädlinge zur Folge hat. Die Pflegemaßnahmen wie Pflanzenschutz werden je nach Bedarf durchgeführt. Betriebsphilosophie des Paares ist eine schonende Bodenbearbeitung in Verbindung mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung. „Seit 25 Jahren machen wir das. Derjenige, der auf dem Trecker sitzt, muss doch noch den Kontakt zum Boden haben, sonst kann das nicht funktionieren“, so die Ansicht der beiden.
Im November, wenn die Leute Lust auf Grünkohl haben, dann beginne die Ernte, erzählt Anke Hinrichs. Der Kohl wird am Strunk oder gerupft in Beuteln verkauft. „Ein Ohr beim Kunden, ein Ohr auf dem Feld, da passt nicht mehr viel dazwischen“, sagt sie. Grünkohlessen ist ein Erlebnis. Wie die Natur sie geschaffen hat, werden die Blätter vom Strunk gerupft. In der Badewanne gewaschen, mit Liebe zubereitet und von den Feinschmeckern traditionell oder als Strudel genossen, sei von Kunden zu hören, berichtet sie. Die immer jünger werdenden Käufer bestätigten und bestärkten sie in ihrem Tun, resümiert Anke Hinrichs. Der Hofladen ist an sieben Tagen in der Woche geöffnet.
Kirsten Müller
03.02.2012 -
Bilanz der Internationalen Grünen Woche 2012
In der Halle des Bmelv zeigten unter anderem Köche Schulklassen, wie Rote Bete schmeckt und was man aus ihr machen kann. Alle Sinne wurden hier aktiviert. Foto: Ann-Katrin Gerwers Größtes agrarpolitisches Treffen seit BestehenDie diesjährige Grüne Woche verzeichnete die höchste Besucherzahl seit vier Jahren. Über 420.000 Gäste strömten vom 20. bis 29. Januar in die Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Die Pro-Kopf-Ausgaben der Verbraucher lagen mit 111 € leicht über dem Vorjahresniveau und bescherten den Ausstellern Umsätze von rund 47 Mio. €. Auch die Anzahl der Fachbesucher stieg im Vergleich zur ... mehr »
03.02.2012 -
Ländertag Schleswig-Holstein auf der IGW
Auf dem Podium in der Halle 4.2 diskutierten Juliane Rumpf, Dieter Harrsen, Petra Schwarz (Moderatorin) und Claus Röhe (v. r.). Foto: Ralph JudischAktivRegionen – Motor ländlicher EntwicklungAuf der Grünen Woche stellte sich unter anderem die „AktivRegion Südliches Nordfriesland“ vor. Im Rahmen des Ländertages Schleswig-Holstein am ersten Messesonntag erfuhren die Besucher Wissenswertes darüber. Die AktivRegion Südliches Nordfriesland erstreckt sich – wie der Name schon erahnen lässt – über den südlichen Teil des Kreises Nordfriesland mit den ... mehr »
03.02.2012 -
Gemeinsames Diskussionsforum von Bauernverband und Zentralverband des Deutschen Handwerks
Dr. Helmut Born (v. li.), Hans-Werner Süss, Karl-Sebastian Schulte, Werner Schwarz und Gerhard Schenk diskutierten über gemeinsame Wege von Landwirtschaft und Handwerk bei der Schaffung von Authenzität der Lebensmittel. Foto: Ann-Katrin GerwersLebensmittel haben ihren WertDas Dialogforum zum Thema „Lebensmittel haben ihren Wert – Landwirtschaft und Handwerk gemeinsam für Authentizität und Qualität“ veranstaltete der Zentralverband des Deutschen Handwerks zusammen mit dem Bauernverband.Dem Moderator und Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Karl-Sebastian Schulte, standen ... mehr »
27.01.2012 -
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos im Bauernblatt-Interview auf der Grünen Woche
Bauernblatt-Redakteur Ralph Judisch beim Gespräch mit EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos (r.). Foto: Kirsten Müller Reden Sie Klartext, Herr Kommissar!Die EU-Kommission hat vergangenen Oktober ihre Pläne für die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 vorgestellt. Die Debatte über deren Inhalte ist entbrannt. Über die Knackpunkte, die insbesondere die Landwirte in Schleswig-Holstein umtreiben, sprach das Bauernblatt auf der Grünen Woche in Berlin exklusiv mit EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos.Wir dürfen gratulieren. Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union feiert ihren Fünfzigsten. Ziehen Sie ... mehr »
27.01.2012 -
Demonstration in Berlin unter dem Motto: „Wir haben es satt!“
Wende in der Agrarpolitik gefordertEinige Tausend Menschen demonstrierten vergangenen Sonnabend in Berlin für eine Wende in der Agrar- und Lebensmittelpolitik (siehe Foto). Ein buntes Bild bot die Demonstration im kalten Schneeregen vor der Kulisse der Berliner Charité: einige Trecker, kostümierte Demonstranten, Banner mit Sprüchen wie „Gentechnik nicht auf meinem Teller“ oder „Massentierhaltung abschaffen“. Dazu wurden immer wieder Sprechchöre, untermalt mit Kuhglockengeläut, angestimmt. Familien, junge und auch ältere Menschen zogen vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor. Zu ... mehr »
27.01.2012 -
DBV-Fachforum Milch: Transparenz am Milchmarkt
Auf dem Podium des DBV-Forums Milch diskutierten Eva-Maria Schulze vom Bundeskartellamt (v. li.), Wilhelm Neu, Milchliefergemeinschaft Bocholt-Hamminkeln, Leonhard Welzmiller, Vorsitzender Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) und Lieferant an eine Privatmolkerei, Theo Müller senior, Alleingesellschafter Unternehmensgruppe Theo Müller, Britta Reimers, Mitglied des Europäischen Parlaments, Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Udo Folgart, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes , über die Transparenz auf ... mehr »
20.01.2012 -
Grenzüberschreitende Konferenz zur GAP-Reform in Tondern (DK)
Foto 1: Wohin weht der Wind bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik? Im Eccocenter gab es noch so manche „Meinungsturbulenzen“.Foto 2: Auf dem Podium standen Mihail Dumitru, Christel Schaldemose, Anne E. Jessen und Reimer Böge (v. li.) den Landwirten Rede und Antwort. Brilliant moderiert wurde von Jacob Bagge Hansen (2. v. li.). Foto 3: In der ersten Reihe (v. r.): Werner Schwarz, Juliane Rumpf, Bo Jessen, Mihail Dumitru, Gerd Sonnleitner, Henrik Frandsen sowie LHN-Direktor Tage Hansen.Foto 4: Der Saal war jeweils etwa zur Hälfte mit dänischen und deutschen Zuhörern gefüllt.Fotos: Kirsten Müller (2), Ann-Katrin Gerwers ... mehr »
20.01.2012 -
Studie zum Gewässerschutz des Segeberger Sees vorgelegt
Foto 1: Der Segeberger See ist hinsichtlich der Wassergüte einer der besseren. Gerade deshalb sind weitere Maßnahmen fruchtbar. Rechts Bad Segeberg, links Stipsdorf, unten die Klinikgebäude. Foto: Gerhard Küffner/Kreis SegebergFoto 2: Den Landwirten (v. li.) Thomas Westphal (Bürgermeister von Stipsdorf) und Detlef Rohweder sowie Gerhard Hartmann von der Wasserbehörde ist der gute Zustand des Sees ein Anliegen. So hat Westphal hier auf seinem Schlag auf der Halbinsel Spitzenort einen Grünstreifen in Ufernähe angelegt (im Hintergrund dunkelgrün zu sehen), der wie ein Filter wirkt. Foto: Tonio KellerBauern ... mehr »
16.01.2012 -
Neujahrsgespräch des Kreisbauernverbandes Südtondern
Zum Neujahrsgespräch des Kreisbauernverbandes Südtondern waren rund 40 Personen aus Politik und Gesellschaft geladen und diskutierten aktuelle Themen. Foto: Ann-Katrin Gerwers„Ist die Landwirtschaft im ländlichen Raum noch gewollt?“Zu seinem traditionellen Neujahrsgespräch hatte der Kreisbauernverband (KBV) Südtondern am Mittwoch in der Nordseeakademie in Leck gut 40 Vertreter von befreundeten Einrichtungen, Institutionen und Verbänden aus Kommunal- und Landespolitik sowie der Wirtschaft zu Gast.„Das vergangene Jahr würden wir aus Sicht der Landwirtschaft am liebsten schnell vergessen, denn es war ... mehr »
Weitere Informationen finden Sie in unserem » Archiv.





